Der Eisvogel lebt das ganze Jahr über an langsam fliessenden oder stehenden Gewässern, darunter Bäche, Flüsse, Altarme, Auenlandschaften und Seen. Entscheidend für sein Vorkommen sind klares Wasser, ein reichhaltiges Angebot an Kleinfischen und ausreichend Sitzwarten wie Äste, Schilfhalme oder Steine.
Zur Brutzeit benötigt der Eisvogel ungestörte, vegetationsfreie Steilwände aus lehmiger Erde oder festem Sand, in die er seine Bruthöhlen gräbt. Solche natürlichen Uferabbrüche entstehen normalerweise durch Hochwasser und natürliche Gewässerdynamik, sind aber heute selten, weil viele Schweizer Flüsse verbaut, kanalisiert oder eingedolt wurden.
Meisterjäger unter Wasser
Der Eisvogel ernährt sich überwiegend von kleinen Fischen, die er bei seinen Tauchgängen fängt. Zum Jagen setzt er sich auf eine Sitzwarte am Wasser und stürzt sich blitzschnell kopfüber ins Wasser, um die Beute mit dem langen Schnabel zu ergreifen. Die maximale Tauchtiefe beträgt etwa einen Meter. Er frisst pro Tag bis zu 35 % seines Körpergewichts, meist Fische von vier bis sieben Zentimetern Länge.