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09.01.2026

Boxen: Brian darf nicht antreten

Hat von der Gemeinde Volketswil eine Absage kassiert: Brian Keller.
Hat von der Gemeinde Volketswil eine Absage kassiert: Brian Keller. Bild: Instagram Brian Keller
Die Gemeinde Volketswil verbietet den Boxkampf mit dem berüchtigten Brian Keller.

Am 28. Februar findet die «Fight Night» in Volketswil statt, bei der verschiedene Sportler antreten. Angekündigt war dabei das «Profidebüt» von Brian Keller.

Wie «20 Minuten» berichtet, darf Keller jedoch nicht in den Ring steigen. Die Gemeinde Volketswil hat ihr Veto eingelegt, nachdem der Gemeinderat eine sicherheitspolizeiliche Gesamtbeurteilung der Lage vorgenommen habe. Zum Schutz der öffentlichen Sicherheit habe die Gemeinde dem Veranstalter empfohlen, den Boxkampf mit Brian Keller abzusagen. Priorität habe der Schutz der öffentlichen Sicherheit.

Auseinandersetzungen befürchtet

In den Entscheidungsprozess seien bisherige Erfahrungen eingeflossen, wie der Gemeindepräsident Jean-Philippe Pinto gegenüber «20 Minuten» sagte. Berücksichtigt worden seien insbesondere frühere Vorfälle und Kämpfe im Zusammenhang mit dem Boxer, bei denen es zu Spannungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen war.

Nach Einschätzung der Gemeinde Volketswil bestehe ein erhöhtes Risiko, dass es zu Gewalt oder Störungen der öffentlichen Ordnung kommen könnte.

Der Organisator habe sich entschieden, den Kampf nicht durchzuführen. Pinto betonte, dass der Gemeinderat, gestützt auf die Polizeiverordnung, sonst keine Bewilligung für diese Veranstaltung erteilt hätte.

Brian enttäuscht

Der Organisator der Veranstaltung sei vom Entscheid überrascht gewesen. Keller habe bereits mehrmals im Ring gekämpft, die Anlässe seien immer friedlich abgelaufen.

Brian Keller zeigte sich auf Anfrage von «20 Minuten» enttäuscht. Er konzentriere sich voll auf seine sportliche Karriere und wolle ein neues Kapitel in seinem Leben aufschlagen. Er wolle nur Sport machen und gebe sich Mühe, auf dem guten Weg zu bleiben.

Er könne die Zweifel der Gemeinde zwar nachvollziehen, aber mit dem Entscheid lege man ihm Steine in den Weg.

> Beitrag auf 20 Minuten

Brian Henry Keller (Jg. 1995), oft auch als «Carlos» bezeichnet, machte in der Vergangenheit Schlagzeilen – unter anderem wegen Gewaltdelikten und Haftaufenthalten. Sein Fall hat in der Schweiz jahrelang mediale und juristische Aufmerksamkeit erzeugt.

Im Juni 2025 verurteilte das Bezirksgericht Zürich ihn erneut zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 9 Monaten wegen versuchter schwerer Körperverletzung und öffentlicher Aufforderung zu einem Verbrechen. Hintergrund war ein Vorfall im Mai 2024, als er einen anderen Mann – einen ehemaligen Häftling – angegriffen und mehrfach ins Gesicht geschlagen haben soll. Keller soll auch über soziale Medien zu Gewalt angestachelt haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Keller bleibt vorerst auf freiem Fuss, bis alle Rechtsmittel durch sind.

Trotz seiner juristischen Probleme trainiert Brian Keller intensiv als Boxer und nimmt an Kämpfen teil. Keller bezeichnet das Boxen als seine Chance für eine neue Zukunft.

Uster24/bt
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