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Schweiz
13.08.2026

Kassenwechsel lohnt sich

Ein Vergleich der Krankenkassenprämien kann sich langfristig auszahlen.
Ein Vergleich der Krankenkassenprämien kann sich langfristig auszahlen. Bild: ZO24/KI
Ein einmaliger Wechsel der Grundversicherung kann langfristig viel Geld sparen. Laut Comparis sind über zehn Jahre Einsparungen von mehreren Tausend Franken möglich.

Wer seine Krankenkasse über Jahre nicht wechselt, bezahlt unter Umständen deutlich mehr als nötig. Das zeigt eine Analyse von Comparis auf Basis der Prämiendaten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Untersucht wurde unter anderem, wie sich ein einmaliger Wechsel Anfang 2016 von einer damals teuren zu einer günstigeren Grundversicherung bis Ende 2026 ausgewirkt hätte.

Das grösste errechnete Sparpotenzial zeigt sich in Basel-Stadt: Wer 2016 von der teuersten zur damals günstigsten Kasse gewechselt und anschliessend nicht mehr gewechselt hätte, hätte laut Comparis bis Ende 2026 insgesamt 38’436 Franken weniger Prämien bezahlt. In Genf beträgt die Differenz 37’752 Franken, in Lausanne 36’918 Franken und in Zürich 35’517 Franken. Für Bern errechnet Comparis 30’090 Franken, für St. Gallen 27’609 Franken, für Bellinzona 26’814 Franken und für Luzern 25’935 Franken.

Dabei handelt es sich um Modellrechnungen auf Grundlage der jeweiligen Prämienentwicklung. Sie zeigen, dass sich Preisunterschiede zwischen den Krankenkassen über einen längeren Zeitraum erheblich summieren können.

Sparen auch ohne Änderung

Ein Kassenwechsel muss nicht zwingend mit einer höheren Franchise oder einem anderen Versicherungsmodell verbunden sein. Comparis hat deshalb zusätzlich untersucht, wie gross die Einsparungen bei gleichbleibender Franchise und gleichem Modell gewesen wären.

Das höchste Sparpotenzial ergibt sich dabei für Genf. Ein Wechsel von KPT zu Assura im Standardmodell mit einer Franchise von 300 Franken hätte zwischen 2016 und Ende 2026 laut Comparis 15’041 Franken eingespart. In Basel wären es bei einem Wechsel von Visana zu Assura 14’983 Franken gewesen, in Lausanne 14’164 Franken.

Für Zürich errechnet Comparis bei einem Wechsel von Visana zu Assura im Standardmodell und mit 300 Franken Franchise eine Einsparung von 12’918 Franken. In Luzern hätte ein Wechsel von Helsana zur Krankenkasse Luzerner Hinterland 7’115 Franken gebracht, in Bellinzona ein Wechsel von CSS zu Assura 6’266 Franken. Für Bern liegt der errechnete Betrag bei 5’954 Franken und für St. Gallen bei 4’690 Franken.

Comparis weist darauf hin, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der Grundversicherung unabhängig von der gewählten Krankenkasse grundsätzlich gleich sind. Unterschiede bestehen hingegen unter anderem bei den Prämien sowie bei den Bedingungen und Abläufen der verschiedenen Versicherungsmodelle.

Beim Hausarztmodell deutliche Unterschiede

Mehr als 40 Prozent der erwachsenen Versicherten in der Schweiz nutzen gemäss Comparis ein Hausarztmodell. Auch für diese Versicherten zeigt die Analyse beträchtliche langfristige Prämienunterschiede.

In Genf hätten Versicherte mit einer Franchise von 300 Franken durch einen Wechsel von Philos zu Assura Anfang 2016 bis Ende 2026 insgesamt 12’959 Franken sparen können. In Lausanne beträgt das errechnete Sparpotenzial bei einem Wechsel von Visana zu Assura 9’243 Franken und in Zürich bei einem Wechsel von ÖKK zu Assura 8’648 Franken.

Für Bellinzona nennt Comparis eine mögliche Einsparung von 7’013 Franken bei einem Wechsel von Visana zu KPT. In Bern sind es 6’504 Franken, in Basel 5’901 Franken und in St. Gallen 3’830 Franken.

Maximalfranchise nicht automatisch die beste Wahl

Auch Versicherte mit der höchsten Franchise von 2’500 Franken hätten von den Prämienunterschieden zwischen den Kassen profitieren können. Besonders gross fällt das errechnete Sparpotenzial in Lausanne aus: Ein Wechsel von der EGK-Gesundheitskasse zu Assura hätte über den untersuchten Zeitraum 16’533 Franken eingespart. In Genf wären es beim Wechsel von Philos zu Assura 13’215 Franken und in Bern beim Wechsel von Vivacare zu Assura 9’983 Franken gewesen.

Comparis warnt allerdings davor, die Franchise allein aufgrund einer möglichst tiefen Prämie zu erhöhen. Bei einer hohen Franchise tragen Versicherte im Krankheitsfall einen grösseren Teil der Kosten selbst. Entsprechend sollte die Wahl zur persönlichen finanziellen Situation und zu den erwarteten Gesundheitskosten passen.

Regelmässiger Vergleich

Aus Sicht von Comparis müssen Versicherte nicht zwingend jedes Jahr die Krankenkasse wechseln. Sinnvoll sei jedoch, die Prämien regelmässig zu vergleichen. Bereits ein einzelner Wechsel zu einem günstigeren Anbieter könne über mehrere Jahre zu erheblichen Einsparungen führen.

Wer Modell und Franchise nicht verändern möchte, kann zunächst lediglich die Krankenkasse wechseln. Bei alternativen Versicherungsmodellen wie Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modellen sollten neben dem Preis auch die jeweiligen Vorgaben für den Zugang zu Ärztinnen und Ärzten berücksichtigt werden.

Für die Analyse verwendete Comparis Prämiendaten des Bundesamtes für Gesundheit. Berücksichtigt wurden für die Langzeitvergleiche Krankenkassen und Produkte, die seit 2016 durchgehend angeboten wurden und mindestens 100 Versicherte aufwiesen. Die Berechnungen basieren auf Prämien ohne Unfalldeckung.

Zürioberland24/gg
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