Widerstand gegen GZO-Beteiligung
Die thurmed AG, zu dessen Verbund die Spitäler in Frauenfeld und Münsterlingen, die Psychiatrie Münsterlingen, die Rehaklinik Diessenhofen sowie mehrere Radiologiestandorte und eine Spitalapotheke, hat dem GZO-Spital und seinen Aktionärsgemeinden Mitte Juli 2026 ein Angebot über 50 Millionen Franken zur strategischen Beteiligung unterbreitet (wir berichteten). Das GZO prüft das Angebot derzeit.
Widerstand von politischer Seite
Das Angebot der Dachorganisation ruft die Politik auf den Plan. In einer dringlichen Interpellation stellen sich die Kantonsräte von SP, Grüne, SVP, Mitte und GLP auf den Standpunkt, dass das Kantonsparlament bei dieser finanziellen Beteiligung mitentscheiden müsse. Dabei verweisen sie darauf, dass die Thurmed AG mit ihren diversen Tochterfirmen «zu hundert Prozent im Eigentum des Kantons Thurgau» sei.
Eine Beteiligung als Wagnis
Nur mit einem Mitspracherecht blieben die gesetzlichen Aufsichtsrechte des Grossen Rates gewährt. Die Thurgauer Politiker seien bisher jedoch vom Regierungsrat nicht über das Angebot an das GZO Spital Wetzikon und die damit verbundenen Risiken informiert worden. «Der Einsatz ist hoch», heisst es im Vorstoss. Es sei unklar, ob dies für die Sanierung des Spitals ausreiche.
Die Interpellanten verweisen auf den sehr schwierigen und komplexen Spitalmarkt im Kanton Zürich und die hohe Spitaldichte im Zürcher Oberland. «Sollte die Zürcher Regierung das Spital Wetzikon nicht mehr auf der Spitalliste aufführen, so wären neue erhebliche finanzielle Einbussen zu erwarten.» Die Beteiligung am Spital mit den grössten finanziellen Problemen sei auch deshalb ein enormes Wagnis.
Drohender Ausfall von Dividenden
Sollte das Vorhaben fehlschlagen, drohen dem Kanton Thurgau laut den Parlamentsmitgliedern der Ausfall von Dividenden und geringere Steuererträge. Sie verlangen aufgrund des hohen Zeitdrucks des Geschäfts rasche Antworten des Regierungsrats auf eine Dringlichkeitssitzung nach der Sommerpause hin.