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Wetzikon
01.09.2025

Strompreise sinken weiter

Bild: AdobeStock
Die Stadtwerke Wetzikon senken die Strompreise per 1. Januar 2026 erneut. Über alle Kundensegmente hinweg ergibt sich eine durchschnittliche Reduktion von 13 Prozent. Höhere Preise gibt's bei den Bundesabgaben und die «Option Regio» wird Ende Jahr eingestellt.

Die Situation an den internationalen Energiemärkten habe sich weiter entspannt, teilt die Stadt Wetzikon mit. «Zwar bestehen weiterhin geopolitische Unsicherheiten, dennoch wirken sich die Marktbedingungen günstig auf die Energiepreise aus.»

Die Stadtwerke senken daher die Energietarife über alle Kundensegmente hinweg um rund 23 Prozent, was einer durchschnittlichen Reduktion von etwa 4 Rappen pro Kilowattstunde entspricht.

Ein zusätzlicher Kostenvorteil entstehe durch den erstmaligen Bezug von Strom aus zwei Laufwasserkraftwerken an der Aare für das Tarifjahr 2026. Das abgeschlossene Power Purchase Agreement (PPA) mit zehnjähriger Laufzeit trage zukünftig zur Stabilisierung der Energiepreise bei. Gleichzeitig erfüllen die Stadtwerke damit die gesetzliche Vorgabe aus dem Mantelerlass, mindestens 20 Prozent des Strombedarfs aus Schweizer Energiequellen zu decken.

Neue Struktur bei den Netznutzungstarifen

«Trotz steigender Kosten für die Nutzung der vorgelagerten Netze (EKZ, Axpo, Swissgrid) bleiben die Tarife für die Nutzung des Netzes, dank sich stabilisierenden Kosten für den Betrieb des stadteigenen Netzes und leicht sinkenden Abgaben, weitgehend unverändert», so die Stadt weiter. Eine neue gesetzliche Anforderung aus dem Mantelerlass führe zu einer Umstrukturierung der Netztarife. «Die Messkosten werden ab nächstem Jahr mit einem Messtarif separat ausgewiesen.» Durch diese Entflechtung werde der Grundpreis neu einen Teil der Fixkosten für Verwaltung, Abrechnung und Kundenservice im Netzbereich tragen, während sich der verbrauchsabhängige Netztarifanteil entsprechend reduziere. «Für den preislichen Vorjahresvergleich ist der Messtarif allerdings bewusst noch nicht separat ausgewiesen, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.»

Um die Versorgungssicherheit auch künftig zu gewährleisten, investierten die Stadtwerke kontinuierlich in den Ausbau und die Modernisierung ihres Verteilnetzes. «Der zunehmende Ausbau von Photovoltaik, der wachsende Anteil an Elektromobilität sowie neue Verbrauchsmodelle stellen höhere Anforderungen an Stabilität und Flexibilität und erfordern ein vorausschauen des und dynamisches Netzmanagement.»

Bundesabgabe für Stromreserve steigt

Die Systemdienstleistung (SDL) von Swissgrid sinkt gemäss Mitteilung auf 0,27 Rp./kWh, während die Bundesabgabe für die Stromreserve auf 0,41 Rp./kWh steige. Neu kommt ein Zuschlag von 0,05 Rp./kWh für schweizweite Netzverstärkungen und Überbrückungshilfen für die Stahl- und Aluminiumindustrie hinzu.

Unverändert bleiben gemäss Mitteilung die Bundesabgabe gemäss Energiegesetz zur Förderung erneuerbarer Energien sowie die Abgabe an das Gemeinwesen Wetzikon. «Insgesamt gleichen sich diese Faktoren aus: die Netznutzungstarife inklusive Mess- und Abgabenkosten bleiben stabil.»

Durchschnittlich 13 Prozent günstiger

Nach Einbezug aller Tarifbestandteile – Energie, Netznutzung, Messtarife und Abgaben – ergibt sich über alle Kundensegmente der Grundversorgung hinweg eine durchschnittliche Senkung von 13 Prozent, wie die Stadt mitteilt. «Ein typischer Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2'500 Kilowattstunden (ElCom-Profil H2) spart damit rund 5 Rappen pro Kilowattstunde bzw. 134 Franken pro Jahr inkl. Mehrwertsteuer.»

«Option Regio» wird eingestellt

«Die Schweizer Stimmbevölkerung hat sich für mehr einheimische Energie ausgesprochen. Deshalb passen die Stadtwerke den Standardmix schrittweise an die neuen gesetzlichen Anforderungen an.» Mit dem Angebot «100 Prozent erneuerbare Energien aus der Schweiz und Europa» werde das Qualitätsversprechen im Standardmix frühzeitig umgesetzt. Das bisherige Wahlprodukt «Option Regio» werde dadurch überflüssig und per Ende 2025 eingestellt, die Kunden automatisch in den neuen Standardmix überführt.

Das Wahlprodukt «Aabachstrom» zur Förderung lokaler Wasserkraft bleibe bestehen und könne als Alternative weiterhin gewählt werden.  

Neue Rückliefertarife und gesetzliche Änderungen

Für Rückspeisungen aus Erzeugungsanlagen mit einer Leistung von mehr als 10 Kilowatt-Peak (Leistung Photovoltaikanlagen) gilt ab 2026 ein Tarif von 10,17 Rp./kWh exkl. Mehrwertsteuer. Die Einführung eines neuen, gesetzlich geforderten Referenzmarktpreismodells sei in Prüfung und werde voraussichtlich 2027 umgesetzt.

Das vom Bund initialisierte Förderprogramm Mehrkostenfinanzierung (MKF) endet für Photovoltaikanlagen per Ende 2025. Die betroffenen Erzeugungsanlagen im Wetziker Netzgebiet werden automatisch per 1. Januar 2026 in das bestehende Standardvergütungsmodell der Stadtwerke, nach Tarifblatt S-Rücklieferung, überführt. 

Die neuen Strompreise für das Tarifjahr 2026 wurden vom Stadtrat am 20. August 2025 verabschiedet.  

Zürioberland24/bt
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