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Grüningen
04.07.2025

«Werte bewahren und aktiv Herausforderungen angehen»

Der neue Präsident der Baugenossenschaft, Fabian Kofler.
Der neue Präsident der Baugenossenschaft, Fabian Kofler. Bild: Yvonne Cassol
Die Baugenossenschaft Grüningen (BGG) wird neu von Fabian Kofler präsidiert. Er möchte den Werten der über 55-jährigen Genossenschaft Sorge tragen und gleichzeitig offen für neue Projekte sein. Im Gespräch mit der Grüninger Post erzählt er mehr darüber.

Die BGG hat dich an ihrem 55-Jahr-Jubiläum zum neuen Präsidenten gewählt. Welche Herausforderungen werden auf dich zukommen?

Fabian Kofler: Als neuer Präsident der BGG sehe ich es als meine Hauptaufgabe, zusammen mit dem Vorstand die Werte unserer Genossenschaft zu bewahren und gleichzeitig die Herausforderungen der Zukunft aktiv anzugehen. Dazu gehören unter anderem der demografische Wandel, steigende Bau- und Unterhaltskosten sowie der wachsende Druck auf den Wohnungsmarkt. Wichtig wird sein, innovative und gleichzeitig sozial verträgliche Wege zu finden, wie wir weiterhin bezahlbaren Wohnraum in Grüningen bereitstellen können.

Die BGG setzt sich für bezahlbaren Wohnraum in Grüningen ein, dieser wird aber immer knapper. Habt ihr Visionen oder Pläne, dem entgegenzuwirken?

Wir beobachten den lokalen Immobilienmarkt, um Chancen für Neubauprojekte rechtzeitig zu erkennen. Da Bauland auch in Grüningen knapp ist, werden auch strategische Zukäufe von bestehenden Liegenschaften laufend in Betracht gezogen. Zudem prüfen wir vorzu, ob und wie wir bestehende Liegenschaften weiterentwickeln können.

Momentan wird das Wohnbauprojekt oberhalb der «Chäsi» realisiert. Wie geht es voran?

Die Arbeiten haben Anfang Juni mit dem Rückbau begonnen und sind im Gange. Wir rechnen mit einer Fertigstellung der Wohnungen im Frühjahr 2026. Es werden drei neue Wohnungen mit 2½, 4½ und 5½ Zimmern sowie ein 1-Zimmer-Studio im Erdgeschoss entstehen. Die zentrale Lage in unmittelbarer Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten machen diese Wohnungen besonders attraktiv. Die Chäs-Hüttä von Stefan Germann wird vor Bauabschluss wieder offen sein. Geplant ist die Wiedereröffnung Anfang September 2025.

Einige monieren, dass dort keine Balkone geplant sind. Weshalb nicht?

Balkone waren aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht umsetzbar. Es war uns aber wichtig, dass die drei grossen Wohnungen entweder über eine grosszügige Terrasse oder eine Loggia verfügen. Die bestehende Terrasse hinter dem Haus in Richtung Grünfläche wird unterteilt und der 4½- und der 5½-Zimmer-Wohnung zugeordnet. Die Terrassen werden 22 und 42 Quadratmeter gross sein. Die 2½-Zimmer-Wohnung ist zudem mit einer Loggia von 28 Quadratmetern mit Sicht auf ruhige Grünflächen geplant. Die Wohnungen verfügen also über eine überdurchschnittlich grosse Terrasse oder Loggia. Zudem wurde grosser Wert auf lichtdurchflutete Räume und praktische Grundrisse gelegt.

«Wir müssen immer auch die Interessen unserer Mitglieder im Blick behalten und wirtschaftlich denken.»
Fabian Kofler, Präsident Baugenossenschaft Grüningen

Im Raum steht auch das Gemeindehaus, das saniert werden muss. Allenfalls ein Projekt für die BGG?

Die Gemeinde und die BGG arbeiten seit jeher eng zusammen – schon seit unserer Gründung ist die Gemeinde im Vorstand vertreten. Dieser Austausch ist uns wichtig, gerade bei Themen wie der Zukunft des Gemeindehauses. Ob und wie sich die BGG an einer Sanierung oder Umnutzung beteiligen kann, schauen wir uns sorgfältig an.

Klar ist: Wir müssen dabei immer auch die Interessen unserer Mitglieder im Blick behalten und wirtschaftlich denken. Aber wenn sich gute Lösungen ergeben, bei denen alle profitieren – Gemeinde, Genossenschaft und Bevölkerung –, dann sind wir offen dafür. Solche Partnerschaften haben sich in der Vergangenheit bewährt und sind für Grüningen auch in Zukunft eine Chance.

«Die grösste Herausforderung ist die Sicherung bezahlbaren Wohnraums in einem zunehmend angespannten Marktumfeld.»
Fabian Kofler

Auch der Kauf des Landgasthofs Adler durch die BGG wurde diskutiert. Eine Option?

Der Gedanke wurde in der Vergangenheit diskutiert, und wir verschliessen uns solchen Ideen keineswegs. Entscheidend sind die langfristige Tragbarkeit, die mögliche Nutzung und ob das Projekt unseren genossenschaftlichen Werten entspricht. Der «Adler» ist ein Gastronomieunternehmen und dies liegt nicht in der Kernkompetenz der BGG. Deswegen war ein Kauf durch die BGG keine Option.

Welche Herausforderungen werden künftig auf die BGG zukommen?

Die grössten Herausforderungen sind die Sicherung bezahlbaren Wohnraums in einem zunehmend angespannten Marktumfeld, der Erhalt und die Weiterentwicklung bestehender Liegenschaften, Stichwort ökologische Transformation. Zudem wollen wir als Genossenschaft offen bleiben für gesellschaftliche Entwicklungen – etwa neue Wohnbedürfnisse. Mutig bleiben, aber nicht übermütig werden im Umsetzen von Visionen und Ideen.

Martina Gradmann
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