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Rüti ZH
24.04.2025
24.04.2025 08:45 Uhr

Dürnten und Bubikon planen Anschluss an ARA Rüti

Die ARA von Dürnten und Bubikon sollen mit jener in Rüti zusammengeschlossen werden.
Die ARA von Dürnten und Bubikon sollen mit jener in Rüti zusammengeschlossen werden. Bild: HW Kanton Zürich
Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Weidli, die von Dürnten und Bubikon als Zweckverband betrieben wird, soll an die ARA Rüti angeschlossen werden. Über die Investitionen von über 52 Mio. Franken sowie über die Verträge wird die Bevölkerung der drei Gemeinden im Herbst 2025 an der Urne abstimmen.

Die Abwasserreinigungsanlagen der Gemeinden Rüti sowie Dürnten und Bubikon stehen vor grossen Veränderungen. In den nächsten Jahren müssen beide ARA ihre gewässerschutzrechtliche Einleitungsbewilligung erneuern lassen. Dafür müssen gemäss Mitteilung der drei Gemeinden eine Reihe von neuen, strengeren Anforderungen zu erfüllen.

Verschärfte Grenzwerte

«Die ARA müssen künftig organische Spurenstoffe (Mikroverunreinigungen) zu mindestens 80 Prozent eliminieren», schreiben die drei Gemeinden in ihrer gemeinsamen Mitteilung. Diese gelangen etwa durch Arzneimittel, Kosmetika oder Biozide ins Abwasser und können heute nicht oder nur geringfügig eliminiert werden. «Zudem wird der Grenzwert für Ammoniak- und Ammoniumstickstoff verschärft, und die ARA müssen künftig mehr Stickstoff aus dem Abwasser entfernen können.» Schliesslich müsse die Kapazität der beiden ARA an die Bevölkerungsentwicklung angepasst und die Betriebssicherheit verbessert werden.

Grosse Investitionen nötig

Diese neuen Anforderungen bedeuten für beide ARA grosse Investitionen. Ein Variantenstudium habe gezeigt, dass ein Anschluss der ARA Weidli an die ARA Rüti sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch die beste Lösung sei. «Eine grössere, gemeinsame ARA kann die geforderte bessere Reinigungsleistung zu geringeren Kosten erzielen. Die Betriebs- und Störfallsicherheit, der Pikettdienst, das Wertstoffrecycling und die Energieproduktion können ebenfalls optimiert werden», so die drei Gemeinden. Bereits im Jahr 2020 habe sich auch der Kanton Zürich für die ARA Rüti als zentralen Standort ausgesprochen.

3-teiliges Projekt

Aus diesen Überlegungen wurden nun ein Projekt sowie die entsprechenden Anschlussverträge erarbeitet. Das Projekt besteht aus drei Teilen: Erneuerung der ARA Rüti, Bau einer Anschlussleitung und Teilrückbau der ARA Weidli.

Zweckverband ARA Weidli soll aufgelöst werden

«Am Standort der ARA Weidli verbleiben noch ein Regen- und ein Havariebecken mit je 1'000 m3 Volumen sowie eine kleine Pumpstation und das Rechengebäude. Alle übrigen Anlagenteile werden rückgebaut», heisst es in der Mitteilung weiter.

Der Zweckverband ARA Weidli, dem das Areal heute gehört und der aus den Gemeinden Dürnten und Bubikon besteht, werde aufgelöst. «Die Gemeinde Dürnten plant, das freiwerdende Grundstück zu übernehmen, und prüft, wie die Bevölkerung das Areal künftig nutzen kann.»

Von der heutigen ARA Weidli zur ARA Rüti soll eine Anschlussleitung entstehen. «Sie wird eine Länge von 2.5 Kilometern aufweisen und benötigt in der Nähe der Autobahnausfahrt Rüti ein Pumpwerk. Auf einem kurzen Abschnitt kann das bestehende Leitungsnetz genutzt werden.»

Anpassungen bei der ARA Rüti

Die ARA Rüti soll parallel dazu um eine neue Reinigungsstufe zur Eliminierung von organischen Spurenstoffen erweitert werden. Dies geschehe mittels Pulveraktivkohle, die in einem neuen, rund 18 Meter hohen Silo gelagert werde.

Die mechanische Reinigung sowie die Schlammbehandlung und Gasanlagen sollen weitgehend abgerissen und neu gebaut werden. Auch das Betriebsgebäude werde an die heutigen Anforderungen angepasst. Die Bauarbeiten finden etappiert und unter laufendem Betrieb statt. «Mit dem Ausbau gibt es künftig durchgehend zwei Reinigungsstrassen, was die Störfallsicherheit verbessert und den Gewässerschutz auch während Unterhaltsarbeiten sicherstellt», schreiben die Gemeinden weiter.

Finanzierung mit Anschlussverträgen

Für die Finanzierung des Projekts haben die beteiligten Gemeinden verschiedene Modelle geprüft und entschieden, am heutigen Modell mit Anschlussverträgen festzuhalten. Die Projektkosten für die Erneuerung der ARA Rüti werden gemäss Vorprojekt auf 32.44 Mio. Franken geschätzt, jene für die Anschlussleitung auf 8.79 Mio. Franken. Die Kostengenauigkeit betrage +/- 15 %.

Vom Bund können gemäss Mitteilung Subventionen von insgesamt knapp 3 Mio. Franken erwartet werden. «Die Gemeinde Rüti als Eigentümerin wird die Investitionskosten für die Erneuerung der ARA Rüti und die Anschlussleitung tragen. Die Gemeinden Dürnten und Bubikon beteiligen sich im Rahmen der jährlichen Betriebs- und Unterhaltskosten sowie der Abschreibungen und Kapitalkosten anteilsmässig daran», so die Mitteilung weiter.

Für den Rückbau und die Umnutzung der ARA Weidli sei mit Kosten von 5.81 Mio. Franken zu rechnen. Diese Kosten werden nach der Auflösung des Zweckverbands von den Gemeinden Dürnten und Bubikon gemeinsam getragen. Hier betrage die Kostengenauigkeit +/- 25 %. Die Investitionen gehen in den Gemeinden zulasten der Spezialfinanzierung Abwasser.

Der geplante Zusammenschluss sei auch punkto Entwicklung der Abwassergebühren die beste Variante und verursache geringere Gebührenerhöhungen als ein Alleingang der beiden ARA, so die drei Gemeinden.

Urnenabstimmung im Herbst

Die Gemeinderäte von Rüti, Dürnten und Bubikon haben die Vorlage verabschiedet. In Rüti werde die Bevölkerung im Herbst 2025 an der Urne über die beiden Anschlussverträge sowie über den Kredit für die Erneuerung der ARA Rüti und die Anschlussleitung in Höhe von 52.74 Mio. Franken abstimmen. In diesem Betrag seien die bisher aufgelaufene Teuerung, eine Reserve von 15 % sowie die Mehrwertsteuer bereits enthalten.

In Bubikon und – nach einer vorberatenden Gemeindeversammlung – in Dürnten wird die Bevölkerung ebenfalls im Herbst 2025 über den jeweiligen Anschlussvertrag sowie über die Auflösung des Zweckverbands ARA Weidli abstimmen.

Bauzeit von sechs Jahren

Bei einer Zustimmung in allen drei Gemeinden und einem optimalen Planungsverlauf sei der Baustart für 2027 oder 2028 vorgesehen. Die Bauzeit werde rund sechs Jahre dauern.

Von der heutigen ARA Weidli (oben links im Bild) zur ARA Rüti (unten rechts im Bild) soll eine Anschlussleitung gebaut werden. Bild: zvg
Zürioberland24/bt
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