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Dürnten
18.09.2022
18.09.2022 19:33 Uhr

Der richtige Schliff für das perfekte Ski-Vergnügen

In seiner «Klinik» bietet Ueli Bärtschi von der Belagsreparatur bis zum Kantenschleifen und Wachsen alles an. Bild: Martina Gradmann
Mit «Uelis Schi-Klink» bietet der passionierte Skifahrer Ueli Bärtschi in Dürnten einen Rundum-Service für Ski und Snowboards an. Wir haben ihn getroffen.

«Er ist ein passionierter Skifahrer, und wenn er Schnee unter den Füssen hat, ist er ein anderer Mensch», sagt seine Frau Ruth. Ueli Bärtschi betreibt in Oberdürnten seine «Schi-Klinik», wie er sie liebevoll nennt. Denn Skifahren mache erst richtig Freude, wenn das Material perfekt präpariert sei.

Neben Belagsreparaturen, schleift er Seiten- und Belagskanten, wachst und poliert alle Arten von Skiern und Snowboards. Seine «Klinik» ist perfekt ausgerüstet. Vieles davon, beispielsweise die «Operationstische» für Ski und Boards, sind selbst gebaut. Mehrere Varianten hat er davon, säuberlich aufgereiht an den Wänden, daneben Schleifmaschine, diverse Wachse und Polituren. «Man sollte jedes Jahr seine Ski präparieren lassen, sonst ist es eine Rutscherei auf den Pisten und das macht keinen Spass», sagt der Pensionär.

Passion Ski- und Töfffahren

Bärtschi konnte schon fast Skifahren, bevor er laufen konnte. In Grosshöchstetten, in der Nähe von Adelboden geboren, hat es ihm der Skisport schon von klein auf angetan. Im Sommer, wenn man nicht auf die Ski kann, war der gelernte Automechaniker/Autoelektriker und späterer Automechaniker-Meister, gerne mit dem Motorrad unterwegs, auch auf grösseren Touren. So hat er auf einer Töfftour in Südspanien seine Frau kennengelernt.

Ruth stammte aus Wolfhausen. Erst mussten die beiden sich auf den gemeinsamen Wohnsitz einigen. Bärtschi fand Arbeit als Geschäftsführer in einer Autogarage in Jona, absolvierte verschiedene betriebswirtschaftliche Weiterbildungen und wechselte zu anderen Garagen. Der Wohnsitz blieb im Zürcher Oberland, heute in Oberdürnten. Kinder und Enkelkinder kamen, und die gelernte Dentalhygienikerin Ruth machte sich selbstständig.

«Die Schnelligkeit, die Berge, das Feeling beim Carven, das ist einfach unbeschreiblich. Das möchte ich so lange wie möglich auskosten.»
Ueli Bärtschi aus Dürnten

«Auch die besten Ski muss man fahren können»

Bärtschi hat immer schon die Ski der Familie präpariert und seinen Kindern das Skifahren beigebracht. Jetzt hat er seine Enkel unter seine Fittiche genommen, bringt ihnen bei, wie man elegant die Hänge runtergleitet und wartet natürlich auch deren Ski.

«Alleine fahre ich teilweise mit recht hohen Geschwindigkeiten den Hang runter, da muss das Material einfach stimmen. Doch seien wir ehrlich, ein Grossteil der Skifahrer hat zwar super Material an den Füssen, können es aber nicht einsetzen.» Ihm geht es dabei ums Carven, diesem wunderbaren Schneiden mit den grossen Bögen, wenn man meint, mit den Ski wie auf Schienen zu fahren. «Viele haben tolle Carvingski, fahren aber die Bögen nicht fertig», das habe auch mit dem richtigen Schliff zu tun.

  • Klein, aber bestens ausgerüstet: Ueli's Schi-Klinik in Oberdürnten. Bild: Martina Gradmann
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  • Je nach Fahrstil braucht es einen unterschiedlichen Schliff. Bild: Martina Gradmann
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  • Ski, Snowboard und auch schon mal eine Pauschale für Familien. Bild: Martina Gradmann
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Sinn für gutes Material

Momentan sei der Winter für viele noch nicht präsent, weshalb die Nachfrage nach seinem Service noch nicht sehr gross sei. Es gehe ihm dabei nicht um den Verdienst. Er liebe es einfach, Ski in Bestform zu bringen. «Ich richte mich dabei immer nach dem individuellen Fahrstil und schleife die Kanten entsprechend.» Für einen Ski-Freak könne das mit Schleifen und mehrfach wachsen schon einmal mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Er weiss aber auch, dass Skifahren für Familien eine teure Angelegenheit ist und macht deshalb für die Familienski auch schon mal eine Pauschale.

In erster Linie möchte er das Skifeeling und den Sinn für gutes Material weitergeben. Sein grosses Vorbild ist dabei Aldo Kuonen, der das Skifahren auf eine neue Ebene gehoben habe. «Die Schnelligkeit, die Berge, das Feeling beim Carven, das ist einfach unbeschreiblich. Das möchte ich so lange wie möglich auskosten.»

Martina Gradmann