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Sport
12.04.2022

UHCevi Gossau zum 9. Mal Schweizermeister

Nach einem hart umkämpften Spiel haben die Gossauer gegen den UHC Kappelen gewonnen. Bild: UHCevi Gossau
Die Männer vom UHCevi Gossau haben gegen den UHC Kappelen gewonnen und den Schweizermeister-Titel geholt. Zum neunten Mal.

«Das letzte Drittel war nahe an der Perfektion» meinte Andreas Wyler vor einer Woche, als die UHCevi Gossau Herren das 2:3 nach Drittel Zwei in ein 9:5 drehten. Das zweite Drittel im 3. Spiel durften auch die Experten definitiv als Perfektion in Reinkultur bezeichnen. 6:0 war das Abschnittsresultat, Defensiv keine Fehler mit Folgen und Heusser in Hochform, offensiv wurden die Gelegenheiten genützt und die Effizienz in den beiden Powerplays mit gerade mal je 9 Sekunden bis zum erfolgreichen Abschluss war geradezu phänomenal. Dieses perfekte Drittel war dann auch der Schlüssel zum 9. Meistertitel.

Kurz in Führung

Die Zürcher Oberländer erwischten den besseren Start und führten nach gut zwei Minuten bereits 2:0 (Abbühl und Walter). Aber so einfach sollte es dann doch nicht gehen. Die erwartete Reaktion der Kappeler kam postwendend, und schon war das Spiel wieder ausgeglichen. Die Gossauer konnten mit einem Powerplay-Treffer durch d'Hooghe noch einmal in Führung gehen und den darauffolgenden Ausgleich mit Wylers kontern.

Aber auch diese Führung hatte nicht lange Bestand. Kurz vor dem Drittelsende waren es die Einheimischen, die mit einem Doppelschlag zum ersten Mal die Führung an sich rissen und mit 6:4 in die erste Pause gingen. Das war natürlich nicht im Sinne der Gossauer. Noch mehr beunruhigt waren die Fachleute, dass bei den Seeländern nicht nur dei üblichen Verdächtigen Otti und Kevin Hügli für Druck sorgten, sondern alle Blöcke ein hohes Tempo gingen ohne Beeinträchtigung der Präzision.

Gossau erneut die Nase vorn

Gossau gab sich aber noch lange nicht geschlagen. Innerhalb von drei Minuten im zweiten Drittel nach Treffern von zweimal Abbühl und Wyler hatte erneut Gossau die Nase vorn. Kappelen reagierte seinerseits mit zwei Treffern. Dann war es Brülhart vorbehalten, das Pausenresultat zum 8:8 zu markieren. Alles offen zu diesem Zeitpunkt. Keiner Mannschaft gelang es, entscheidend wegzuziehen. Nach dem Zweitore-Rückstand nach dem ersten Drittel war das Skore nach dem Zweiten immerhin ausgeglichen.

Meistertitel oder drittes Spiel?

Diese Frage sollte das letzte Drittel beantworten. Wieder legten die Einheimischen zwei Längen vor, und Keller gelang der Anschlusstreffer. Nach weiteren zwei Treffern der Kappelern zum 12:9 schien erstmals so etwas wie eine Vorentscheidung gefallen zu sein.

Gossau kämpfte sich noch einmal zurück, Ehrensperger zum 10:12, Wyler im überzeugenden 4:3 zum 11:12 brachte die Hoffnung zurück. Es blieben noch mehr als 5 Minuten, um das Spiel ein letztes Mal zu drehen. Aber trotz risikoreichem Spiel der Gossauer ohne Torhüter gelang kein weiterer Treffer. Kappelen rettete seinen 12:11 Sieg über die Ziellinie. Die Enttäuschung auf Gossauer Seite war natürlich gross, aber es blieb immerhin die Chance auf ein drittes Spiel.

Was in der Pause besprochen wurde, hatte gewirkt

Kappelen nahm im dritten Spiel den Schwung vom Samstag gleich mit und dominierte den Beginn der Partie eindrücklich. Nach acht Minuten stand es 0:3 aus Gossauer Sicht. Ernüchtert musste festgestellt werden, dass Kappelen das bessere Team war und der Titeltraum der Gossauer schon früh zu platzen drohte.

Was in der Pause besprochen wurde, ist nicht bekannt, aber es hatte gewirkt. Das für Gossau perfekte Drittel wurde angepfiffen. Gerade einmal 13 Sekunden dauerte es bis Ehrensperger den Anschlusstreffer erzielte und unmissverständlich klar machte, dass nun auch Gossau im Spiel angekommen war.

Fünf Minuten später brachte nach Treffern von Marc Herrmann und Abbühl Nicky Walther seine Farben erstmals in Führung. Dass diese Führung bis zum Schluss Bestand haben sollte, wusste zu diesem Zeitpunkt niemand, vor allem aus der Erfahrung vom Vortag, als die Kappeler bewiesen, dass sie jeder Zeit zu einer Reaktion bereit wären. Die Reaktion kam, allerdings in Form von Strafen, und da waren dann die Einheimischen unerbittlich. Zweimal d'Hooghe je auf Pass von Keller nutzten die Powerplaychancen eiskalt und Gossau durfte sich über eine Dreitoreführung freuen.

Grosses Kino

6:3 stand es am Ende des zweiten Drittels, ein zweites Drittel, das ganz grosses Kino bot. Ein Dreitorevorsprung ist zwar ganz schön, aber im KF-Unihockey noch lange nicht alle Welt, insbesondere wenn der Gegner Kappelen heisst. Es warteten noch zwanzig harte Minuten – nicht nur für die Spieler auf dem Feld, sondern auch für die Zuschauer auf den Rängen.

Otti netzte zum 6:4 ein und Kappelen erhöhte den Druck. Das anschliessende 8:5 beantwortete der überragende Nicky Walther mit dem 9:5 und das genau zehn Minuten vor dem Ende. Vier Tore Vorsprung? Innerhalb von 100 Sekunden hiess es plötzlich 9:8 und lange vier Minuten dauerte die Partie noch. Jetzt wiederholte sich das Szenario vom Samstagabend, aber diesmal mit umgekehrten Vorzeichen. Kappelen mit einem gefährlichen 4:3 Spiel, und Gossau musste alles hineinwerfen, um weiteren Schaden zu verhindern inklusive Heussers Big Save mit der Schluss-Sirene.

Grenzenloser Jubel

Der neunte Titel war damit eingetütet. Der Jubel kannte keine Grenze. Es war eine packende Finalserie mit Kleinfeld-Unihockey Sport auf höchster Ebene. Daran haben auch die Kappeler ein grossen Anteil dran, forderten sie doch die Gossauer bis aufs Letzte.

UHC Kappelen – UHCevi Gossau 12:11 (6:4, 2:4, 4:3)
AARfit-Halle, Aarberg – 556 Zuschauer – SR Roland Kaiser
 
UHCevi Gossau – UHC Kappelen 9:8 (0:3, 6:0, 3:5)
AL arena, Gossau ZH – 350 Zuschauer – SR Roland Kaiser

UHCevi Gossau/Zürioberland24