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24.11.2021

«Bag-Bewerber» Feltre rettet die Pharmaindustrie

«BAG-Bewerber» Mauro Feltre hat einige – sarkastische und humorvolle – Vorschläge, um die Pharmaindustrie zu retten. Bild: Linth24
Mauro Feltre, der neue, satirische Kolumnist von Linth24 bleibt hart. Er will ins BAG. Heute zeigt er auf, wie die Pharmaindustrie gerettet werden kann.
  • Kolumne von Mauro Feltre

Grüezi Herr Berset

Ich bin es wieder, Ihr hoffentlich zukünftiger BAG Mitarbeiter. Auf meinen letzten Vorschlag hin, Boost und Auto-Reboost, hat sich die Pharmaindustrie erboost, ich meine erbost, bei mir gemeldet.

Was mir eigentlich einfalle!? Boosterwirkung verlängern? «Sie vermiesen uns die Milliardengewinne», hiess es im empörten Schreiben. «Was sollen unsere Aktionäre denken?» Ein Kurseinbruch wäre die Folge, vermutlich ein Absturz der Börsen, und eine heftige Wirtschaftskrise. «Möchten Sie das verantworten, Herr Feltre?» Und: «Möchten Sie der Superspreader für sinkende Aktienkurse und Börsencrashes sein?» Ich habe dann geantwortet, dass die Pharmaindustrie die Impfung doch selbst so angepriesen habe. Ein zwei Piks, und Du bist Deine Sorgen zu 100% für immer los. «Stellen Sie sich nicht blöd an», war die Antwort. «Wo bleibt ihr Geschäftssinn!?» Ich werde in der Pharmaindustrie nie einen Job kriegen, sagten mir diese Leute klipp und klar.

Ich gebe zu, die Verknüpfung mit den finanziellen Interessen ist mir nicht gelungen. Herr Berset, tolerieren Sie bitte diese Schwäche in meinem Kompetenzprofil.

Die vier Vorsorge-Säulen

Ich muss zugeben, die Kritik der Pharmaunternehmen hat mir schwer zugesetzt. Daher lege ich Ihnen eine Idee vor, und hoffe auf Rehabilitierung. Also: Wir kombinieren drei strategische Säulen mit einer vierten! Erstens Dauerimpfung, zweitens Abbau der Spitalkapazitäten, drittens Ablehnung der Pflegeinitiative, und viertens die Covid-Medikamente. Die vier Vorsorge-Säulen der Pharmaindustrie!

Pflegeinitiative Nein, ein Problem?

Das Volk hat Mühe, Ihr Nein bei der Pflegeinitiative zu verstehen. Nicht mal diejenigen, die ihre Solidarität zu den Pharmaunternehmen offen kundtun, können das wirklich begreifen. Und genau da kommt meine vierte Säule ins Spiel. Die neuen Covid-Medikamente! Ja genau, die Schweizer Medikamente, die in verschiedenen Ländern erfolgreich eingesetzt werden, von denen sie aber partout nicht sprechen möchten. Weisen Sie auf diese Medikamente hin, das ist DER Gamechanger. Da müssen Sie nicht mal die Unwahrheit sagen.

Drei oder vier Fliegen auf einen Schlag

Und die einfache Botschaft ist dann; Impfe Dich, auch wenn es nicht nützt wie versprochen. Wenn Du trotzdem krank wirst, kriegst Du die Covid-Medikamente. Die wirken dann, wenn Du mindestens schon DREIMAL GEIMPFT bist!

Resultat: Eins – das Volk fühlt sich sicher. Zwei – wir brauchen nicht mehr Spitalkapazitäten, sondern weniger. Drei – wir brauchen keine starke Pflege. Vier – wir brauchen mehr Spritzen und Medikamente. Alles auf einen Schlag, Ablehnung der Pflegeinitiative inklusive. Und gratis dazu noch die Solidarität zur Pharmaindustrie.

Ich sehe schon das Pressefoto. Wir zwei mit den Geschäftsführern von Bion Pfützer und Johnny der moderne Johnson, einheitlich lachend, bei der Vorstellung der neusten Booster-Produkte, Pharmazeutika gegen Langzeitfolgen der Impfung und Tabletten für präventive Covid-Therapien. Weit geträumt, aber wir haben nach der Abstimmung viel Zeit, bis 2031!

Hochachtungsvoll, Ihr (hoffentlich) zukünftiger, und immer noch auf ein Vorstellungsgespräch wartender, BAG Mitarbeiter.

Mauro Feltre

Mauro Feltre berät mit seiner Firma digitelliQ.ch Firmen und entwickelt Zukunftsstrategien. Er plädiert dafür, die Mitarbeitenden in die Unternehmens-Entwicklung einzubeziehen. Darum hat er sich beim BAG schon mehrfach auf satirische und humorvolle Weise als Mitarbeiter beworben – erhielt aber noch keinen Vorstellungstermin.

Mauro Feltre, Kolumnist Linth24