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Hinwil
02.11.2021
02.11.2021 10:45 Uhr

KEZO Hinwil plant Ersatzneubau

Die über 50-jährige Anlage nähert sich dem Ende ihrer Lebensdauer. Bild: KEZO
Die Kehrichtverwertungsanlage Zürcher Oberland (KEZO) plant einen Ersatzneubau. Damit soll eine zeitgemässe, wirtschaftliche und umweltverträgliche Abfallverwertung langfristig sichergestellt werden. Zurzeit werden für das Projekt KEZO 2028 die Grundlagen erarbeitet. Voraussichtlich 2024 stimmen die Verbandsgemeinden über den Baukredit ab. Die Inbetriebnahme ist im Jahr 2028 vorgesehen.

Der erste Abfallverbrennungsofen der Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (KEZO) wurde 1972 in Betrieb genommen. Anfangs stand ausschliesslich die thermische Abfallverwertung bzw. die Reduktion des Abfallvolumens im Vordergrund. Heute betreibt die KEZO eine ganzheitliche Ressourcenwirtschaft. Sie produziert umweltfreundlichen Strom, versorgt Drittabnehmer mit Wärme aus dem Verbrennungsprozess und rezykliert grosse Mengen an Eisen und Edelmetall.

Dank laufenden Investitionen sowie regelmässigen Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten habe die Infrastruktur seit der Inbetriebnahme stets zuverlässig funktioniert, schreibt die KEZO in ihrer Mitteilung. Nach über 50 Betriebsjahren nähere sich die Anlage nun aber dem Ende ihrer Lebensdauer. Elementare Anlageteile entsprechen künftig nicht mehr dem Stand der Technik, und der Abfall wird energetisch zu wenig effizient verwertet, so die Mitteilung weiter. Zwei Verbrennungsöfen haben Baujahr 1976, der dritte stammt aus dem Jahr 1996.

Neubau unter laufendem Betrieb

Unter Berücksichtigung modernster Technologien plant die KEZO einen Ersatzneubau. Dieser Neubau soll im östlichen Bereich des KEZO-Areals – auf dem heutigen Einfahrtsbereich und dem Personalparkplatz – erstellt werden. Die Planungs- und Bauzeit ist auf rund sieben Jahre veranschlagt. Die Realisierung werde unter laufendem Betrieb der heutigen Anlage erfolgen, so die KEZO. Die Entsorgungssicherheit sei dadurch auch während der Bauzeit jederzeit gewährleistet. Nach der Inbetriebnahme des Neubaus wird die heutige Anlage zurückgebaut.

Sanierung nicht sinnvoll

Eine Sanierung der bestehenden Anlage sei aufgrund ihres baulichen Zustands sowie der geplanten Reduktion der Verwertungskapazität nicht sinnvoll. Gemäss der kantonalen Kapazitätsplanung wird die KEZO künftig nicht mehr 190'000 Tonnen pro Jahr, sondern nur noch 120'000 Tonnen pro Jahr verwerten. Die Reduktion betreffe vor allem verschiedene grosse Marktkunden, die ihren Abfall künftig an andere KVAs liefern werden. Für die Verbandsgemeinden der KEZO und ihren Siedlungsabfall sei die Entsorgungssicherheit weiterhin garantiert.

Ökologischer und effizienter

Mit dem Ersatzneubau stelle die KEZO eine zeitgemässe, wirtschaftliche und umweltverträgliche Abfallverwertung langfristig sicher. Die Anlage soll ökologisch wie auch ökonomisch neue Massstäbe setzen. Die Wärme- und Stromproduktion sowie das Metallrecycling werden weiter verbessert. Zudem werde die Anlage so konzipiert, dass eine Erweiterung oder Anpassungen an neue Technologien auch später noch möglich seien. Diskutiert und geprüft werden unter anderem ein System zur CO2-Senke, die Produktion von Wasserstoff sowie der Einsatz moderner Wärmespeichersysteme.

Mehr Fern- und Abwärme

Gegenüber der heutigen Anlage werde mit dem Neubau die Betriebssicherheit weiter verbessert, die Energieproduktion zugunsten der Umwelt effizienter gestaltet. Trotz der Reduktion der Verbrennungskapazität sei die KEZO künftig in der Lage, deutlich mehr Fern- und Abwärme zu liefern und damit einen noch grösseren ökologischen Beitrag zu leisten.

Kosten von 200 - 300 Mio. Fr.

Gemäss einer aktuellen Grobkostenschätzung rechnet die KEZO mit Realisierungskosten zwischen 200 und 300 Millionen Franken. Die Finanzierung der Neuanlage erfolge über Rückstellungen und Fremdkapital. Es werden weder Steuergelder noch Einlagen der Verbandsgemeinden benötigt, so die KEZO.

Abstimmung im 2024

Die Anlage gehört dem Zweckverband Kehrichtverwertung Zürcher Oberland. Dieser Verband besteht aus 36 politischen Gemeinden. Im Mai 2021 hat die Delegiertenversammlung einem Kredit in der Höhe von 670’000 Franken für die strategische Planung des KEZO-Neubaus zugestimmt.

Im Rahmen dieser aktuellen Phase werden die Bedürfnisse abgeklärt, grundsätzliche Ziele und Rahmenbedingungen definiert sowie die Projektorganisation erarbeitet. Der Einbezug diverser Anspruchsgruppen wie z.B. Behörden, Standortgemeinde Hinwil und Umweltverbänden hätten im Planungsprozess einen hohen Stellenwert.

Voraussichtlich im Mai 2022 stimmen die Delegierten des Zweckverbands über einen Projektierungskredit ab. Das Bauprojekt werde den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern in den Verbandsgemeinden gemäss heutiger Planung Mitte 2024 zur Abstimmung vorgelegt. Der Baustart ist ab 2025 geplant, die Inbetriebnahme auf 2028 (siehe Info-Kasten).

Terminplan Ersatzneubau KEZO

2021: Kreditbewilligung Strategische Planung KEZO-Neubau
2021/2022: Strategische Planung
Mai 2022: Antrag Kredit Vorprojekt
2022-2024: Erstellung Vorprojekt
Mitte 2024: Antrag Baukredit, Abstimmung Verbandsgemeinden
Ende 2024: Bewilligungsverfahren inkl. Gestlatungsplan und Umweltverträglichkeits-Prüfung, Submission, Ausführungsplanung
Ab 2025: Baustart und Ausführung
2028: Geplante Inbetriebnahme

Quelle: Medienmitteilung KEZO Hinwil vom 2.11.2021

Zürioberland24