Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Bubikon
13.09.2021
15.09.2021 16:42 Uhr

«Ein Bild muss zu einem passen»

Verena Dill vor ihrem Bild «Solid Rock» in ihrem Atelier in Wolfhausen Bild: Martina Gradmann
Sie konnte erst kürzlich ihre Bilder an der Swiss Art Expo ausstellen und ist damit ins Halbfinale gekommen. Die Künstlerin Verena Dill aus Wolfhausen möchte ihre Bilder aber nicht nur ausstellen, sie möchte die richtigen Plätze für ihre Kunstwerke finden.

Dass sie ihre Bilder an der Swiss Art Expo habe ausstellen können, sei eine schöne Erfahrung, aber nicht wirklich ein Erfolg gewesen, sagt die Wolfhauser Künstlerin Verena Dill. Obwohl sie es mit ihren aussergewöhnlichen Werken bis ins Halbfinale schaffte, habe ihr die Expo keine neuen Kontakte und auch keine Verkäufe gebracht. Viel lieber möchte Verena Dill die Menschen kennenlernen, die sich für ihre Bilder interessieren. «Ein Bild muss zu einem passen und in der Umgebung wirken», sagt die Wolfhauser Künstlerin.

Inspiration in Winterthur gefunden

Verena Dill hat schon immer gerne mit den Händen gearbeitet und liebt es, kreativ zu sein. Auch wenn sie das in ihrem Beruf als kaufmännische Angestellte nicht voll ausleben konnte, habe sie schon immer jeden Basteltrend mitgemacht und schon früh Kurse in Seidenmalerei und Aquarell-Technik besucht. «Als die Kinder noch klein waren, war das Malen nicht ganz einfach und meist habe ich nur kleine Bilder gemalt», sagt sie. Die Lust auf Grösseres wuchs und damit der Wunsch, neue Techniken zu erlernen. «Ich bin auf eine Winterthurer Künstlerin gestossen, deren Bilder mich sehr angesprochen haben und konnte bei ihr einen Kurs besuchen und den Umgang mit Acryl-Farben lernen.»

Malen mit Sand, Kaffeesatz oder Bitumen

Verena Dill beliess es nicht bei diesen Mal-Techniken. Sie besuchte weitere Kurse und lernte auch mit Sand, Kaffeesatz oder Bitumen zu malen. Was das Malen mit Sand anbetrifft, habe sie vor allem der Wüstenmaler Carsten Westphal inspiriert. «Er hat sich vorgenommen, in jeder Wüste dieser Welt zu malen und sagt denn auch, die Wüsten der Welt seien sein Atelier. Das Arbeiten unter diesen Voraussetzungen ist unglaublich anspruchsvoll und beschwerlich, das macht mir grossen Eindruck.»

Durch das Malen mit den unterschiedlichen Materialien bekommen auch die Bilder von Verena Dill eine faszinierende Struktur und Dreidimensionalität. So scheint beispielsweise beim Bild «Solid Rock» der Fels förmlich aus dem Bild herauszukommen. Auch beim Bild «Purity», das Dill mit Schlick aus dem Fluss verfeinert hat, meint man die reine Schneelandschaft zu spüren. Tage- bis monatelang arbeitet Dill teilweise an ihren Werken. «Jedes Bild ist ein Kampf, ein ständiges Loslassen und erst wenn nichts mehr stört und nichts mehr fehlt, ist es fertig.»

Bilder kann man auch mieten

Auch mit Steinmehl arbeitet die Künstlerin, welches sie als Abfallprodukt von ihrem Bruder, einem Steinbildhauer, bekommt. Abgefüllt in Gläsern bewahrt sie dieses in ihrem Atelier auf. «Ziel war es immer, nach der Pensionierung das Malen zu intensivieren und mein eigenes Atelier zu haben. Mit dem Umzug nach Wolfhausen konnte ich diesen Traum realisieren.»

Die Bilder von Verena Dill kann man in Ausstellungen bewundern und falls gewünscht auch mieten. «Ein Bild muss zu einer Person und zu einem Raum passen», sagt Dill. Es freue sie immer sehr, wenn eines ihrer Bilder an den richtigen Ort komme und von den Bewohnerinnen und Bewohnern geschätzt werde.

Oft falle es Interessierten nicht einfach, sich für ein Werk zu entscheiden. Dann könne er oder sie das Bild mit nach Hause nehmen, zahle 5 Prozent des Verkaufspreises pro Monat oder 30 Prozent für ein halbes Jahr. Gefalle das Bild dann doch nicht, nehme sie es zurück. Bei einem Kauf werde die Miete angerechnet. Noch sei die Nachfrage noch nicht sehr gross gewesen, doch bereits habe jemand, der eines ihrer Bilder geliehen habe, dieses auch gekauft. «Der Käufer hat mir gesagt, er könne sich sein Heim ohne dieses Bild nicht mehr vorstellen», lacht Dill.

Die Bilder der Künstlerin strahlen eine Ruhe, Klarheit und Reinheit aus. Es sei die Sprache des Herzens, mit der sie eine Botschaft vermittle, ist ihr Mann Peter Dill überzeugt, der ihr eine grosse Unterstützung und ein Motivator ist. 

Infos: verenadill.ch

  • Verena Dill malt ihre Bilder mit verschiedenen Materialien. Bild: Martina Gradmann
    1 / 2
  • Ein Bild, gemalt nach den Wünschen einer Kundin. Bild: Martina Gradmann
    2 / 2
Martina Gradmann