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03.09.2021
10.09.2021 09:07 Uhr

Mirjam Niggli: Von der Künstlerin zum Coach

Mirjam Niggli gibt Kurse und begleitet Menschen als Coach und Laufbahnberaterin. Bild: zvg
Die Violinistin Mirjam Niggli aus Hinwil steht seit über 30 Jahren auf der Bühne und betreute als selbständige Projektmanagerin etliche Mandate in der Event-, Musik- und Gastrobranche. Die Pandemie hat sie dazu bewogen, einen neuen Weg einzuschlagen.

Mirjam Niggli ist in einer Musikerfamilie aufgewachsen; ihre Mutter ist Geigerin und ihr Vater Cellist und Geigenbauer. Ihre drei Geschwister fanden ihre Berufung in der Kunst, Musik und im Ballett. Als Jüngste besuchte Mirjam Niggli das KV und studierte anschliessend Violine am SMPV (Schweizerischer Musikpädagogischer Verband).

Auf Tournee mit namhaften Artisten

1994 gründete sie und ihre Familie die 'Puszta Company' mit Zigeunermusik und Csardas Tänzen. Mit über 100 Auftritten im Jahr tourten sie durch die Schweiz, Europa, Skandinavien, Asien und die USA. Radio und TV-Auftritte folgten. 2003 schloss Mirjam Niggli den eidg. Marketingplaner ab und wurde Product Manager Classics bei der EMI Switzerland AG. Namhafte Artisten wie Maxim Vengerov, Anne Sophie Mutter und Mstislaw Rostropowitch zählten zu ihren Artist Roster.

  • Steht seit über 30 Jahren auf der Bühne: Violinistin Mirjam Niggli. Bild: zvg
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  • Als Solistin und in der Gruppe unterwegs: Mirjam Niggli (rechts). Bild: zvg
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Selbständige Beraterin

2005 studierte Niggli berufsbegleitend an der PHW Zürich Betriebsökonomie und machte sich parallel dazu selbständig als Projektmanager. In dieser Funktion betreute sie diverse Mandate wie z.B. das ‘200 Jahr Musik und Hug’ Jubiläum, E-Prix Zürich, Zero Motorcycle DACH, Suter Racing und die Einführung von 'Arch Motorcycles Europe' mit Keanu Reeves als Opinionleader.

Auch als Kulturbeauftragte der Stadt Wetzikon war Niggli tätig, und an der AKAD Business dozierte sie auf der Stufe Höhere Fachschule in den Bereichen BWL, VWL und Finanzielles Führen. Weil ihr die Erwachsenenbildung schon immer am Herzen lag, schloss sie nach dem SVEB auch noch den HF Dozenten an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen ab. Parallel trat sie nach wie vor mit verschiedenen Bands auf.

«Die Erwachsenenbildung lag mir schon immer am Herzen.»
Mirjam Niggli, zertifizierter Coach und Laufbahnberaterin

Und dann kam Corona...

Der abrupte Stopp durch die Pandemie stellte das Leben von Mirjam Niggli auf den Kopf. Auftritte waren zeitweise gar nicht mehr möglich, jetzt unter strengen Massnahmen zwar wieder möglich, die seien aber meist nicht kostendeckend. Dazu brach der engagierten Frau von heute auf morgen ein wichtiges Kundensegment, die Tourismus-, Event- und Gastronomie-Branche, weg. «Das Akquirieren bei Hotels beispielsweise wurde unmöglich.» Das bewegte sie dazu, sich beruflich neu auszurichten und einen anderen Weg einzuschlagen. «Die drei Fachbereiche Kunst, Wirtschaft und Pädagogik wollte ich dabei unbedingt einbeziehen und zusammenführen», erzählt Niggli.

Neuer Weg als Coach und Laufbahnberaterin

Mit diesem Entschluss trat sie die Ausbildung zum betrieblichen Mentor an. Heute ist Niggli zertifizierter Coach und Laufbahnberaterin und bietet Einzel- und Gruppencoachings, Rhetorik- und Präsentationstechnik, Selbstmanagement- und Selbstmarketing, Schulungen in Finanziellem Führen und Projektmanagement an.

«Die Bretter, die die Welt bedeuten, werde ich auch in Zukunft noch betreten.»
Mirjam Niggli, Violinistin

Tipps gegen Lampenfieber

Für Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, aber auch für Solisten sowie Musik- und Theater-Gruppen, bietet Niggli in den Räumlichkeiten der Musikschule Wetzikon die Analyse ihrer Bühnenpräsenz an, gibt wertvolle Tipps zum erfolgreichen Auftreten und Rat bei Lampenfieber. Niggli dazu: «Ich freue mich, dass mein langjähriger Kollege Thomas Ineichen mir die Möglichkeit gibt, meine Schulungen und Coachings in einem angenehmen und neutralen Raum an der Musikschule Wetzikon anbieten zu können.»

Die Bühne will die Violinistin aber trotz eingeschlagenem Weg nicht verlassen: «Die Bretter, die die Welt bedeuten, werde ich nach wie vor in einem überschaubaren Rahmen betreten und das Publikum mit virtuosen Geigenklängen bespielen.»

Barbara Tudor