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Familie
28.08.2020
03.05.2021 08:28 Uhr

Familienkommunikation in schwierigen Zeiten

Barbara Forster-Zanettin hilft Eltern, ihre eigene Familiensprache zu finden. Bild: zvg
Barbara Forster-Zanettin, Expertin für beziehungsfördernde Kommunikation und selber Mutter, weiss, wie anspruchsvoll der Dialog gerade in schwierigen Zeiten ist. Mit ihren Angeboten hilft sie Erwachsenen dabei, ihre eigene Familiensprache zu finden und im Alltag umzusetzen.

Die letzten Monate waren auch für Familien alles andere als leicht. Von heute auf morgen mussten sie sich umorganisieren mit Kinderbetreuung, Fernunterricht und Homeoffice. Barbara Forster-Zanettin, Expertin für beziehungsfördernde Kommunikation und selber Mutter, weiss, wie anspruchsvoll der Dialog gerade in solchen Zeiten  ist. Mit ihren Angeboten hilft sie Erwachsenen dabei, ihre eigene Familiensprache zu finden und im Alltag umzusetzen.

Bunts‘ Post: Barbara, du bietest mit redeweise.ch Kurse und Seminare zum Thema beziehungsfördernde Kommunikation an. Worum geht es dabei?

Barbara Forster-Zanettin*: Die beziehungsfördernde Kommunikation ist eine Sprache, die – wie jede andere – erlernt werden kann. Es geht darum, dass Eltern durch  diese Art der Kommunikation die Beziehung zu ihren Kindern oder auch als Paar verbessern und festigen können.

Warum gibt es Probleme in der Familien-Kommunikation?

Wir sind von unserer eigenen Erziehung geprägt und übernehmen oft unbewusst gewisse Verhaltensmuster. Wer in seiner Kindheit zum Beispiel autoritär erzogen wurde,  wendet dies in der Regel bei seinen eigenen Kindern dann auch an. Das mag am Anfang funktionieren. Doch spätestens, wenn die Autonomiephase des Kindes beginnt  und es anfängt, Grenzen auszuloten, sind Reibungspunkte vorprogrammiert. Auch wenn verschiedene Erziehungsansichten der Eltern oder aus dem Umfeld  aufeinandertreffen, können Probleme entstehen.

«Wir sollten wieder mehr zuhören.»
Barbara Forster-Zanettin

Welches Verhalten ist nicht beziehungsfördernd?

Ein Klassiker ist, Kindern mit Sanktionen zu drohen, wenn sie etwas tun oder eben nicht tun. Sie werden dadurch vielleicht gehorchen. Doch das Gefühl, das wir ihnen  vermitteln, ist ungesund. Wir wollen unsere Kinder ja zu eigenständig denkenden Menschen erziehen und nicht zu Mitläufern, die ungefragt allen folgen und sich  unterdrücken lassen. In meinen Kursen zeige ich den Eltern auf, wie sie ihre Standpunkte gegenüber ihren Kindern klar machen können, ohne destruktiven Druck auszuüben.

Das ist nicht immer so einfach…

Nein. Erziehung ist nicht immer leicht. Und es ist menschlich, wenn Eltern mal übers Ziel hinausschiessen oder überreagieren. Wichtig ist, dass wir daraus lernen und es  beim nächsten Mal besser machen. In der beziehungsfördernden Kommunikation geht es darum, einen Weg zu finden, der für alle stimmt. Die Kinder können sich aktiv einbringen und werden gehört. Damit vermitteln wir ihnen bestimmte Werte – oder eben eine Sprache – die sie sich aneignen und in ihr eigenes Erwachsenenleben weitertragen.

Eltern sollten also besser zuhören?

Zuhören und wertfrei wahrnehmen, genau! Allzu schnell haben wir bei Konflikten vorgefertigte Meinungen oder verfallen in alte Muster. Diese zu erkennen und zu  durchbrechen, darum geht’s in meinen Kursen.

Für wen eignet sich dein Angebot?

Meine Kurse richten sich vor allem an Eltern von Kleinkindern bis Teenagern, die etwas Neues ausprobieren möchten und neugierig sind. Auch Grosseltern,  Erziehungsbeauftragte und Lehrpersonen besuchen meine Kurse. Für Schulen biete ich spezielle Workshops an, zum Beispiel zum Thema Elterngespräche.

*Barbara Forster-Zanettin ist Primarlehrerin und hat sich zur Familien- und Kommunikationsberaterin ausgebildet, u. a. nach Thomas Gordon. Sie ist in Flums  aufgewachsen und lebt heute mit ihrer Familie in Wetzikon.

redeweise.ch
Barbara Forster-Zanettin
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Barbara Tudor