Im Rahmen der Teilrevision des kantonalen Richtplans hat der Regierungsrat die Prioritäten bestehender und geplanter Deponien angepasst.
Die geplante Deponie Tägernauerholz auf dem Gemeindegebiet Gossau/Grüningen, für die ein grosses Waldstück hätte gerodet werden müssen, wird zum Ersatzstandort herabgestuft. Der bereits im Richtplan eingetragene Standort Leerüti auf Gemeindegebiet Mönchaltorf/Gossau/Egg wird dagegen priorisiert. Zudem wird der Standort Wissenbüel in Ottikon in der Gemeinde Gossau neu zu einem Standort von vier Typen B, C, D und E (wir berichteten).
Zürioberland24 hat bei den Gemeinden Gossau und Grüningen nachgefragt, wie sie die neuen Pläne beurteilen.
Verschiebungen in der regionalen Planung
«Gossau und Grüningen begrüssen, dass der Kanton bei der Deponieplanung neue technologische und ökologische Entwicklungen stärker berücksichtigt – insbesondere Landfill-Mining, das Kreislaufmodell sowie die veränderten Anforderungen an die Entsorgungssicherheit», schreiben die Gemeinden. Dass der Regierungsrat die Standorte nun klarer priorisiere und neu einstufe, sei ein wichtiger Schritt zu einer konsistenteren Planung. Gleichzeitig sei man erstaunt, dass die Klassifizierung der Standorte nicht schon vor der damaligen Richtplanfestsetzung sorgfältiger abgeklärt wurde.
Die nun erfolgte Höherstufung der Leerüti – neu nicht nur geeignet für Inertstoffe (Typ B), sondern auch für Reststoffe (C), Schlacke (D) und sogar Reaktorstoffe (E) – werfe Fragen zur damaligen Entscheidungsgrundlage auf. Diese breite Eignung führe nun zu erheblichen Verschiebungen in der regionalen Planung.