Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Natur & Umwelt
15.11.2022

Birdlife Schweiz fordert besseren Schutz der Feuchtgebiete und Wasservogel-Reservate

Gewässer und Feuchtgebiete sind ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Bild: Birdlife Schweiz
Die Uno-Konferenz ruft zum besseren Schutz und zur Wiederherstellung der Feuchtgebiete auf. Auch in der Schweiz gibt es laut Birdlife Schweiz Handlungsbedarf: Die Schweiz sei kein Vorbild beim Schutz der Feuchtgebiete.

In der Schweiz sind laut Birdlife Schweiz seit 1850 über 90 % der Feuchtgebiete zerstört worden. Obwohl die Moore hierzulande seit 1987 unter Bundesverfassungsschutz stehen, würden die quantitativen und qualitativen Verluste weitergehen.

Wichtige CO2-Speicher

Diese Verschlechterung lief bisher weitgehend ohne wirksame Gegenmassnahmen der offiziellen Schweiz ab, obwohl Moore sehr wichtige CO2-Speicher und im Kampf gegen den Klimawandel von grösster Bedeutung seien, so Birflife Schweiz weiter. Auch andere Feuchtgebiete stehen in der Schweiz erst teilweise unter Schutz, ganz besonders die Wasser- und Zugvogelgebiete, in denen Tausende von teils international gefährdeten Zugvögeln rasten.

International bedeutende Wasservogelgebiete

Die Schweiz weist elf solcher Gebiete von internationaler und rund 40 Gebiete von nationaler Bedeutung auf. In der entsprechenden Schutzverordnung des Bundes (WZVV) seien die international bedeutenden Wasservogel-Gebiete aufgenommen, von den national bedeutenden jedoch würden noch immer 15 Gebiete, also mehr als ein Drittel, fehlen.

Ramsargebiete schaffen

Und auch der Ramsarkonvention sei nur ein Teil von ihnen unterstellt: Die Schweiz zählt aktuell nur 11 sogenannte Ramsargebiete.

Die Ramsarkonvention verpflichtet die Staaten zum Schutz ihrer Feuchtgebiete und verlangt, diesen mit anderen Staaten abzustimmen. Das sei bei grenzüberschreitenden Gewässern und Feuchtgebieten besonders wichtig, so Birdlife Schweiz. Doch gerade am Bodensee und Untersee habe die Schweiz noch gar keine Ramsargebiete bezeichnet, während Deutschland und Österreich das getan hätten. Da die Wasservögel grosse ungestörte Flächen benötigen, wären sogar grenzüberschreitende Ramsargebiete nötig, so Birdlife Schweiz.

Die ersten Gebiete stammen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren, letztmals wurden 2005 drei Ramsargebiete geschaffen. Und auch bei der Verordnung zum Schutz der Wasservogel-Gebiete hapere es. Der Bundesrat hatte 2017 selbst festgehalten, dass von den 40 Gebieten, die eigentlich geschützt werden sollten, mehr als ein Drittel fehle.

Schweiz als Schlusslicht

Die Ramsarkonvention ruft die Staaten seit 1971 zur Wiederherstellung von Feuchtgebieten und Wasservogelreservaten auf. Auch in diesem Bereich sei die Schweiz noch kaum aktiv und habe auch die Uno-Initiative "Decade on Ecosystem Restoration 2021-2030" nicht aufgenommen. Die EU hingegen habe ein Gesetz mit quantitativen Verpflichtungen zur Wiederherstellung der Ökosysteme verabschiedet.

Die Schweiz sei schon heute Schlusslicht bezüglich Schutzgebieten in Europa und drohe den Anschluss ganz zu verlieren.

Zürioberland24