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Grüningen
24.04.2022
25.04.2022 10:35 Uhr

Grosse Plakat-Aktion der Deponie-Gegner am Frühlingsmarkt

Beat Hofmann, Susanna Jenny und Alois Iten kämpfen gegen die Abholzung des Tägernauerholz. Bild: Martina Gradmann
Der Grüninger Frühlingsmarkt hat wieder unzählige Besucherinnen und Besucher ins historische Stedtli gezogen. Neben dem Flanieren zwischen den Ständen, galt das Interesse auch der Deponie im Tägernauerholz, auf die mit grossen Plakaten aufmerksam gemacht wurde.

«Weil wir unseren Wald lieben, opfern wir ihn nicht», war auf dem Flyer mit Schockoladenherz zu lesen, den Gegnerinnen und Gegner der geplanten Deponie Tägernauerholz am Grüninger Frühlingsmarkt auf dem Chratzplatz verteilten.

Unzählige Plakate machten zudem auf die Abholzung eines der grössten intakten Waldgebiete und deren Bedeutung aufmerksam. «Bis der Wald wieder gewachsen ist, braucht es 100 Jahre», war da zu lesen, oder «Die Abfallplanung des Kantons basiert auf der der 1980er Jahre». Am Stand informierten Mitglieder der Arbeitsgruppe DepoNie wie Beat Hofmann, Präsident der IG-Stedtli, Alois Iten, diplomierter Pilzkontrolleur, und Susanna Jenny, ehemalige Grüninger Gemeindepräsidentin, über das geplante Vorgehen des Kantons und der ZAV Recycling AG.

Gegen "Trickserei" wehren

«Wir müssen mit unseren Mitteln dazu beitragen, dass diese Trickserei von Kanton und ZAV in der Öffentlichkeit bekannt wird und sich auch weitere Verbündete (Parteien, Naturschutzorganisationen) gegen eine Planung auf veralteten Grundlagen wehren», sagte beispielsweise Jenny, und Hofmann ergänzte: «Irgendwo muss deponiert werden, das leuchtet allen ein. Aber zuerst sollen Alternativen geprüft werden, bevor Wald zerstört wird. Bis Brachland wieder zu Wald wird vergehen mindestens 100 Jahre.»

Dringendes Postulat im Kantonsrat

«Kein Schnellschuss im Tägernauerholz», betitelten die drei Kantonsräte Elisabeth Pflugshaupt (SVP Gossau), Thomas Honegger (Grüne Greifensee) und Markus Bärtschiger (SP Schlieren) ihr dringendes Postulat im Kantonsrat, nachdem der Kanton – trotz Rüge des Bundesgerichts, eine aktuelle Abfall- und Standortplanung zu erarbeiten – jetzt mit der ZAV Recycling AG einen Gestaltungsplan für die Deponie Tägernauer Holz ausarbeiten will. Dabei stützten sie sich auf den Richtplaneintrag von 2009 für eine regionale Deponie mit 750'000 m3 Volumen, obwohl die ZAV Recycling AG offen deklariert, dass sie dort alle aufbereiteten Schlacken aus dem Kanton Zürich deponieren will.

«Ist das Tägernauer Holz erst einmal ruiniert, erweitert sich die Deponie ganz ungeniert!»
Arbeitsgruppe DepoNie
Grossformatige Plakate informieren über die Deponie im Tägernauerholz. Bild: Martina Gradmann

Der Grüninger Frühlingsmarkt, der nach zwei Corona bedingten Ausfällen wieder stattfinden konnte, zeigte sich von seiner schönsten Seite und mit unzähligen, fröhlichen Gesichtern. Während man im gut besuchten Jodlerzelt den Klängen des Jodelclubs Bärgblueme zuhören und dem geselligen Austausch frönen konnte, vergnügten sich Jugendliche und Kinder auf der «Tütschibahn» oder auf dem Karussell. Viele Stände lockten zudem mit kulinarischen Köstlichkeiten aus der ganzen Welt, was rege genutzt wurde. Der Wunsch nach ein bisschen Unbeschwertheit in diesen schwierigen Zeiten war deutlich spürbar. 

  • Endlich wieder Auftritte des Jodelclub Bärgblueme im Jodlerzelt. Bild: Martina Gradmann
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  • Der Frühling zeigt sich in seiner schönsten Pracht. Bild: Martina Gradmann
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  • Tütschautofahren begeistert vor allem die älteren Kinder. Bild: Martina Gradmann
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  • Für die kleineren dreht sich das Karussell. Bild: Martina Gradmann
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Martina Gradmann