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Freizeit
21.04.2022

Schnüffelnde Südamerikanerinnen im Zürcher Zoo

Ein südamerikanisches Nasenbär-Weibchen schnüffelt sich im Zürcher Zoo durch Löwenzahn. (Symbolbild) Bild: Pixabay
Wählerisch sind die drei Nasenbärinnen im Zürcher Zoo nicht. Sie fressen alles. Jetzt, im Frühling, schnüffeln sich die Südamerikanerinnen durch den Zürcher Löwenzahn.

Der Nasenbär Nasua Nasua ist zwar kulinarisch nicht besonders wählerisch, beim Zubereiten seiner Nahrung aber durchaus geschickt: Giftige Tiere wie Raupen rollen die Nasenbären mit ihren Pfoten einfach so lange in einem Blatt hin und her, bis alle giftigen Haare und Stacheln abgerieben sind.

Weibchen und Junge leben leben in Gruppen von vier bis 20 Tieren, die Männchen sind Einzelgänger. Die Männchen verteidigen ihre Reviere gegen Geschlechtsgenossen, was die Weibchen weniger tun.

Gejagt von Mensch und Tieren

Bedroht werden Nasenbären von Greifvögeln, Riesenschlangen, Pumas, Jaguaren und Jaguarundis. Menschen jagen sie, weil sie manchmal Hühnerställe plündern und in Vorratskammerin Verwüstungen anrichten. Sie sind weitverbreitet und gehören nicht zu den bedrohten Arten.

Im Zoo Zürich ist die Nasenbären-Gruppe deutlich kleiner und ausschliesslich weiblich, wie der Zoo am Mittwoch mitteilte. Seit 2012 leben hier zwei Schwestern und eine Halbschwester zusammen. Sie werden im Bergnebelwald gemeinsam mit Brillenbären gehalten.

Nasenbären mögen sowohl pflanzliche wie auch tierische Nahrung. Bild: Pixabay

Kurze, kräftige Füsse

Nasenbären sind rötlich bis grau. Der Bauch ist heller, nahezu weisslich. Die kurzen, kräftigen Füsse sind schwarz gefärbt und der Schwanz ist geringelt. Der Kopf ist langgestreckt und endet mit einer verlängerten Schnauze, die dazu dient, Nahrung im Boden zu suchen. Die Ohren sind kurz und abgerundet. Sie wiegen 3,5 bis 6 Kilogramm.

Lebensraum der Nasenbären in Südamerika. Bild: Von IUCN Red List of Threatened Species, species assessors and the authors of the spatial data

Auch in Gebirgswäldern zuhause

Nasenbären leben fast in ganz Südamerika von tropischen Regenwäldern über Flusswälder bis Gebirgswälder in 2500 Meter Seehöhe.

Sie sind tagaktiv und suchen ihre Nahrung vorwiegend am Boden. Zum Schlafen, zur Paarung und zur Geburt klettern sie auf Bäume. Sie können auch sehr gut schwimmen. Beim Laufen am Boden steht der Schwanz senkrecht und beim Klettern dient er zur Balance. Südamerikanische Nasenbären ernähren sich sowohl pflanzlich wie auch tierisch.

Sie wurden 2016 in die «Liste der unerwünschten Arten» für die Europäische Union aufgenommen.

Keystone-SDA/Patricia Rutz, Goldküste24