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Wetzikon
18.03.2022

Nach eCoupons und WetziKoin nun "GrüeziWetzikon"

Bild: Adobe Stock
Im Sommer 2020 lancierte die Stadt Wetzikon digitale Coupons zur Unterstützung des lokalen Gewerbes in der Corona-Krise. Eingelöst wurden nur wenige Talons. Trotzdem wollte man das Projekt weiterführen und eine digitale Währung "WetziKoin" einführen. Nun nimmt die Stadt einen dritten Anlauf mit einem Online-Marktplatz "GrüeziWetzike". Zusätzlich soll ein Stadtmagazin realisiert werden.

Der Stadtrat Wetzikon hatte im Juni 2020 einen Kredit über 260'000 Franken für eine eCoupon-Aktion gesprochen, um das lokale Gewerbe in der Coronakrise zu unterstützen. In dem Betrag waren Gutscheine im Wert von 250'000 Franken zu Gunsten der Wetziker Bevölkerung vorgesehen sowie insgesamt 10'000 Franken für Installations- und Umsetzungskosten sowie für Kommunikationsmassnahmen.

Bei der eCoupon-Aktion erhielt die Wetziker Bevölkerung einen digitalen Gutschein von 10 Franken, der über eine App namens "ecoo" heruntergeladen werden und anschliessend bei den an der Aktion teilnehmenden Geschäften digital eingelöst werden konnte. An der Aktion zugelassen war das gesamte lokale Gewerbe, unabhängig der Mitgliedschaft im Gewerbeverein und der Branche. Die Aktion sollte bis Ende 2020 befristet sein.

Auch Kundenbindung erhofft

Man begründete die Aktion damit, dass sie eine positiven Effekt mit Hebelwirkung für das lokale Gewerbe auslösen könnte. Ein Teil der Bevölkerung, welcher sonst nicht regelmässig in Wetzikon einkaufe, berücksichtige das lokale Gewerbe so eher. Zudem werde zu einem höheren Betrag als dem Gutscheinwert einkauft, wodurch das Gewerbe profitiere. Im besten Fall berücksichtige die Bevölkerung auch nach der Einlösung des eCoupons erneut das lokale Gewerbe. Somit sei die eCoupon-Aktion auch über die Corona-Krise hinaus zu begrüssen.

Anfang Dezember 2020 entschied der Stadtrat, die Aktion bis Ende März 2021 zu verlängern. Für diese Verlängerung wurde ein zusätzlicher Kredit von 10'000 Franken gesprochen für Lizenzkosten, technische Unterstützung durch die App-Entwicklung sowie für Kommunikationskampagnen. Der gesprochene Maximalbeitrag von 250'000 Franken solle aber unverändert bleiben.

Kaum eingelöste Coupons

Gemäss Bericht vom Dezember 2021 wurden eCoupons in der Höhe von lediglich 7'800 Franken abgerechnet. Also insgesamt 780 Coupons. In die Kommunikations- und Entwicklungsmassnahmen investierte die Stadt 19'000 Franken.

Dann kam WetziKoin

Mittlerweile hatte sich die IG WetziKoin formiert, ein Gebilde ohne juristisch verbindliche Form, bestehend aus Mitgliedern des Netzwerks Standortförderung und aus Vertretern des Wirtschaftsforums, des Gewerbevereins, WetziKontakt, dem VWO sowie der IG Bildung.

Diese Interessensgemeinschaft wollte die App, die basierend auf einer Blockchain-Technologie realisiert wurde, im Sinne einer Stadtwährung «WetziKoin» weiterführen und mit Papiergutscheinen mit QR-Codes weiterverfolgen. Ergänzend sollte auch ein digitaler Marktplatz entstehen, worüber man Produkte mit lokalem Bezug oder Tickets anbieten und kaufen kann.

Stadt finanziert weiter

Obwohl die eCoupons offensichtlich floppten, genehmigte der Stadtrat daraufin im Juni 2021 50'000 Franken als Anschubfinanzierung für die Einführung von WetziKoin: 20'000 für den Projektaufbau, die restlichen 30'000 Franken werden zugesichert, sobald die Finanzierung des gesamten Projekts sowie ein "genügendes" Interesse des Gewerbes nachgewiesen werden kann.

Ausserdem wurde für die Betriebsjahre 2022 und 2023 ein Kredit von 20'000 Franken pro Jahr genehmigt, sofern die Finanzierung des gesamten Projektes und ein genügendes Interesse des Gewerbes nachgewiesen werden könne.

Teil der Smart City Strategie

Der Stadtrat begründete die Unterstützung damit, dass WetziKoin ein Teil der "Smart City-Strategie" sei, mit der die Stadt verschiedene Digitalisierungsprojekte umsetzen will. Der Gemeindepräsident Ruedi Rüfenacht lobte in einer Mitteilung vom Juli 2021 die "private Initiative" der IG WetziKoin und bezeichnete sie als "innovatives Projekt mit grossem Engagement".

Neuer Anlauf: "GrüeziWetzike"

Jetzt kommt es wieder anders. Wie die Stadt heute mitteilt, sollen die 50'000 Franken Anschubfinanzierung nun für eine digitale Plattform namens "GrüeziWetzike" genutzt werden. In der Zwischenzeit sei in Wetzikon der Verein "GrüeziWetzike" gegründet worden, der einen Marktplatz von und für Wetzikon im Fokus habe.

Ziel des Vereins "GrüeziWetzike" sei es, als lokale Standortförderung Wetziker Unternehmen, Vereine und Organisationen als Netzwerk in der wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen. Ob dieser Verein die Nachfolge von der damaligen IG WetziKoin ist und wie sich dieser Verein zusammensetzt, darüber macht die Stadt in ihrer Mitteilung keine Angaben (Anfrage von Zürioberland24 bei der Stadt hängig).

Neues Stadtmagazin

Neben der digitalen Plattform soll es künftig in Wetzikon auch ein Stadtmagazin geben, wie die Stadt weiter schreibt. Ein Projektteam habe sich intensiv mit den Möglichkeiten der Einbindung eines digitalen Dorfplatzes auseinandergesetzt.

Das Stadtmagazin, das in digitaler und gedruckter Form erscheinen soll, soll die Wetziker Medienlandschaft ergänzen. Im Zentrum stehe eine unabhängige journalistische Berichterstattung, welche die politische Partizipation und Meinungsbildung fördere und die Stadt Wetzikon als attraktiven Standort für Leben und Wirtschaft präsentiere. Der Marktplatz "GrüeziWetzike" soll ins künftige Stadtmagazin eingebunden werden, um Synergien zu nutzen.

An einer Informationsveranstaltung will man die "zentralen Wetziker Anspruchsgruppen" über das Projekt informieren und ihre Haltungen zu den Plänen des Stadtrats abholen. Im Anschluss wird die Submission im offenen Verfahren durchgeführt. Nach der Submission wird das Geschäft zur Beschlussfassung dem Parlament überwiesen.

Barbara Tudor