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Lifestyle
07.02.2022
14.02.2022 17:17 Uhr

Telepathisch mit Tieren kommunizieren – Sinn oder Unsinn?

Tierkommunikation eignet sich für alle, die ein Tier an ihrer Seite haben. Bild: hilfdemtier.ch
Mit Hilfe von Tierkommunikation können Tiere und Menschen ohne Sprache miteinander kommunizieren. Wie das funktionieren soll, erklären drei Expertinnen.

Was unterscheidet uns von Tieren? Nebst gewissen Fähigkeiten und dem äusserlichen Erscheinungsbild ist es in erster Linie die Sprache – und ebendies kann das Zusammenleben auch mal problematisch machen.

So braucht es in gewissen Situationen mehr als Worte, um wirklich zu verstehen, was das Tier will, was ihm fehlt oder wie es ihm geht. In diesen Fällen kann die Hilfe und Unterstützung von ausgebildeten Tierkommunikatorinnen und Tierkommunikatoren für Klarheit sorgen.

"Übersetzung" zwischen Tier und Mensch

Tierkommunikation kann man als eine Art der Übersetzung zwischen Tier und Mensch verstehen. Marion Kohler, ausgebildete Tierkommunikatorin, erklärt, dass es sich dabei um eine telepathische Kommunikation handelt.

Gemeinsam mit Miriam Ruoss arbeitet sie als Tierkommunikatorin und führt das Unternehmen Anima Spirit in Buttikon SZ. Durch die telepathische Kommunikation werden Gefühle, Gedanken, Bilder und Worte des Tiers empfangen. Das Wort Telepathie bedeutet so viel wie «Fühlen auf Distanz».

Tierkommunikation funktioniert bei allen Tieren: ob gross, klein, im Wasser oder an Land lebend. Bild: pexels

Nur wenig Anhaltspunkte nötig

Adelheid Schönbächler ist Inhaberin der Praxis Liv Ana in Lachen SZ. Seit rund zehn Jahren ist Tierkommunikationen ein Teil ihrer beruflichen Tätigkeit. Sie erklärt: «Wenn sich ein Tierhalter für die Tierkommunikation entscheidet, benötigen Tierkommunikatoren nur wenig Anhaltspunkte». Benötigt werde lediglich ein Foto des Tieres und die Fragen, welche die Besitzerin oder der Besitzer dem Tier stellen möchte. «Eine Kontaktaufnahme übe ich in absoluter Ruhe und Zentriertheit aus.» Die Dauer des Gesprächs könne sich je nach Fragen und Tier unterscheiden.

Schönbächler betont, dass die Tierkommunikation aus einem einfachen Grund gelingen kann: Die Beziehung zwischen Besitzer:in und Haustier erzeugt eine mentale und emotionale Verbindung. Dadurch können Besitzer:innen allfällige Probleme des Tiers wahrnehmen und erkennen, wenn dessen Verhalten sich plötzlich verändert.

Wann Tierkommunikation hilft

Tierkommunikatorin Kohler sagt, dass ein Gespräch beispielsweise dann Sinn mache, wenn das Tier weggelaufen ist und nicht mehr nach Hause kommt. Ebenso kann es dann nützlich sein, wenn herauszufinden gilt, ob ein altes und schwer krankes Tier erlöst werden will. «Wir können auch mit bereits verstorbenen Tieren kommunizieren. So finden wir heraus, wie es ihnen jetzt geht und was ihnen auf der Erde besonders gefallen hat», führt Kohler weiter aus.

Tierkommunikation beginnt da, wo Worte nicht mehr genügen. Bild: pexels

«Die Tierkommunikation erlernen kann jeder. Es braucht aber Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten », stellt sie klar. Die grösste Herausforderung der Tierkommunikation stelle die Formulierung der Antworten an die Besitzer:inen dar, wie Adelheid Schönbächler von der Praxis Liv Ana betont. Es sei wichtig, die Antworten neutral zu formulieren und nicht wertend zu sein.

Es gibt auch Skeptiker

Fest steht: Die Tierkommunikation ersetzt niemals den Besuch beim Tierarzt. Trotz allem kann eine Kontaktaufnahme mit dem Tier dessen Wohlbefinden verbessern und Situationen klären, so Schönbächler.

Natürlich gebe es aber auch Skeptiker, welche die Tierkommunikation und deren Glaubhaftigkeit anzweifeln würden. Für gewöhnlich ändere sich die Meinung der Menschen aber, sobald durch die Tierkommunikation ein Problem gelöst werden konnte oder ein vermisstes Tier wieder nach Hause gekommen ist.

Tiere zeigen oft Zuneigung und Dankbarkeit

Kohler erwähnt, dass viele Tiere in den Gesprächen oft ihre Zuneigung und Dankbarkeit ihrem Halter gegenüber ausdrücken. Dem fügt Adelheid Schönbächler an, dass nicht wenige Tiere sich intensiv in ihre Besitzer:innen einfühlen können und ihr Verhalten spiegeln. Dies würden sie vor allem aufgrund der bedingungslosen Liebe für sie tun.

«Wir können auch mit bereits verstorbenen Tieren kommunizieren.»»
Marion Kohler, ausgebildete Tierkommunikatorin
Tiere teilen telepathisch mit, wie sie sich fühlen und was sie brauchen. Bild: pexels

Eine telepathische Kommunikation könne auch bei Verhaltensproblemen helfen, so Adelheid Schönbächler. Wenn es zu Auffälligkeiten und Abweichungen im Verhalten kommt und man besorgt um das Wohl des eigenen Tieres ist, kann ein Gespräch helfen, um die Ursache des Problems zu erkennen und eine Lösung zu finden.

Kann das jeder lernen?

Die telepathische Kommunikation ist keine besondere Begabung und lediglich eine Fähigkeit, die jedem angeboren ist. Kohler erklärt, dass vor allem Kinder stark ausgeprägte telepathische Fähigkeiten haben. Mit zunehmendem Alter werde ihnen jedoch gelehrt, dass nur die verbale Kommunikation ein effektives Verständigen ermöglicht. Trotzdem kann die Fähigkeit der telepathischen Kommunikation auch nach langer Zeit wieder ins Bewusstsein gerufen werden.

Mia Jule Häni, Redaktion March24 & Höfe24